Literaturtheorie > Mentalitätsgeschichte

Die Macht des Vorbewussten - Mentalitätsgeschichte und Kulturanthropologie
Grundsätzliche Überlegungen

'Trivialliteratur' und "seismographisches Gespür"
Copyright: Kröner Verlag, StuttgartIn einem instruktiven und - wie sich herausstellen sollte - richtungsweisenden Aufsatz von Hans-Jörg Neuschäfer aus dem Jahr 1989 zum französischen Feuilletonroman des 19. Jahrhunderts weist der Romanist der 'Trivialliteratur' ein geradezu "seismographisches Gespür" [1] zu, da gerade diese - weitgehend stigmatisierte - Literaturebene besonders dazu imstande sei, Aufschlüsse über sozialhistorische und -psychologische Gegebenheiten, mithin ideologische und mentale Dispositionen zu liefern. Davon sei vornehmlich deshalb auszugehen, weil die Popularliteratur elementar daran interessiert sei, weltanschauliche Haltungen und mentale Befindlichkeiten ihrer potentiellen Rezipienten zu reproduzieren, um den Erfolgscharakter zu gewährleisten. Neuschäfer zeigt sich bemüht, sich von den ästhetischen Diskreditierungen der populärliterarischen Niveauebene zu verabschieden, somit der bisherigen "Literaturgeschichte der Restriktionen" [2] zu entgehen. Seiner Auffassung nach zeigt sich gerade die "Massenliteratur" mit der ihr eigenen Sensibilität für Probleme, "die uns historisch betreffen" [3], als prädestiniert, jeweils vorherrschende "kollektive Stimmungen" [4] wiederzugeben und damit zugleich einen mentalitätsgeschichtlich aufschlussreichen Informationsfundus bereitzustellen.

Wenngleich dem Mentalitätsbegriff, der hier von Neuschäfer zur Diskussion gestellt wird, selbst in Kreisen der heutigen "Annales" mit zunehmender Skepsis [5] begegnet wird, scheinen seine Möglichkeiten gerade für literaturwissenschaftliche Arbeiten noch kaum ausgeschöpft zu sein. Obwohl beispielsweise Jacques Le Goff bereits 1974 darauf verwies, dass sich die Geschichte der Mentalitäten - gedeutet als "Geschichte nicht von 'objektiven' Phänomenen, sondern von der Repräsentation dieser Phänomene" - "naturgemäß von Dokumenten des Imaginären" [6] nähre, bilden entsprechende Arbeiten eher die Ausnahme.

Affektive Dispositionen
So unterschiedlich sich die einzelnen mentalitätshistorischen Positionen auch ausnehmen mögen, sie lassen durchaus Gemeinsamkeiten erkennen, die sich in einer ständig wiederkehrenden Begrifflichkeit widerspiegeln: "unwillkürlich", "selbstverständlich", "unreflektiert", "unmittelbar" und "beständig" sind hierbei die entscheidenden, wesensbestimmenden Vokabeln. Sie machen deutlich, dass der Mentalitätsbegriff überall dort ins Zentrum des Interesses rückt, wo es um die "affektiven Dispositionen einer Gesellschaft" [7] geht, um die unterschwellige, wenig bewusste Wirkmächtigkeit der emotional-impulsiven, psychisch-soziokulturellen "Infrastruktur einer Zeit" [8], einer Gesellschaft, einer Klasse. Dabei ist die 'eigentliche' Gestalt der Mentalität kaum zu fassen. Für Gerd Tellenbach beispielsweise meint der Begriff sowohl eine "Haltung" als auch einen "Zustand des Geistes von relativer Konstanz", er umreißt, Tellenbach zufolge, ein nahezu unüberblickbares Spektrum zwischen "Denken", "Meinen", aber auch wenig reflektiertem "Verhalten". [9]

Die enge, ja entscheidende Verbindung zwischen Verhalten und Mentalität, die hier allenfalls eine nebengeordnete Rolle spielt, demonstriert sich bei dem Historiker Volker Sellin als unabdingbares Elementarverhältnis. Sellin versteht Verhaltensweisen, in denen sich Mentalitäten Ausdruck verschaffen, als unmittelbare Offenbarungen kollektiver Sinnzuweisungen, als sinnfällig gewordene Realisierungen von Dispositionen, somit als in symbolische Formen gegossene mentale Kollektivverfassungen.

Volker Sellin - Verhalten und kollektive Einstellungen
Copyright: Verlag Vandenhoeck & Ruprecht, GöttingenSellins Bedeutung für die Mentalitätsforschung liegt zweifelsohne darin, mit Nachdruck auf den elementaren Zusammenhang von kollektiven Einstellungen und Verhalten hingewiesen zu haben. Mentalitäten sind ihm einem originär ideellen Bereich zugeordnet, sie gewinnen jedoch nichtsdestoweniger die Qualität "unmittelbarer Verhaltensbedeutung" und somit den Status von "Verhaltensdispositionen". Gemeint ist hier weniger das Verhalten als solches, als vielmehr eine je besondere Art eines jeweiligen Verhaltens - von immenser Wichtigkeit wird der "spezifische Sinn, den der Handelnde seinem Verhalten gibt". Verhalten und Sinnkonstitution gehören unabdingbar zusammen; zu bedenken ist dies nach Sellin vor allem deshalb, da ein je gleiches Verhalten aus völlig unterschiedlichen Motiven herrühren kann. Verhalten zeigt sich hier nachgerade als Produkt und Widerschein von Einstellungen. Dem konkreten Verhalten, verstanden als unmittelbar zum Ausdruck kommende Sinngewissheit, unterliegt ein bestimmtes "durchgängiges Handlungsprinzip", ein bestimmtes mentales Gebilde. Die Handlung selbst dient vordergründig einem "unmittelbaren materiellen Zweck", der in jeweiliger "Bedürfnisbefriedigung" begründet liegt. Aber sie gewinnt darüber hinaus eine elementare symbolhafte Bedeutung, d.h. die Verhaltensformen bedeuten zumeist noch etwas anderes, "als was sie an sich selbst sind". [10]

Der Einfluss psychischer Kategorien und Prozesse
Willem Frijhoff, um einen weiteren Definitionsversuch anzuführen, negiert zwar nicht die leitende und steuernde Funktion von Mentalität bei der Produktion von Verhalten, sieht aber letztlich Mentalitätsgeschichte weniger als Synonym für eine wie auch immer geartete Verhaltensgeschichte, sondern vielmehr als "Geschichte des Einflusses psychischer Kategorien und Prozesse" [11] (Ideen, Gefühle, Vorstellungen) auf individuelle und kollektive Verhaltensweisen. Entscheidend für ihn ist die gegenseitige Einflussnahme psychischer und außerpsychischer (politischer, ökonomischer, sozialer, kultureller) Kategorien. "Gut begriffene" Geschichte mentaler Dispositionen bedeutet ihm im Grunde eine "Geschichte des Interaktionsprozesses zwischen der Wissens- und Vorstellungswelt einerseits und dem konkreten Verhaltensmuster von Individuen, Gruppen und der Gesellschaft andererseits" [12].

Erwartungsdispositionen und Orientierungsfunktion
Copyright: Kitab Verlag, KlagenfurtRolf Reichardt wiederum gesteht dem hier interessierenden Zentralbegriff bewusst seine Unbestimmtheits-Aura zu und verortet ihn in ein unverbindliches definitorisches Zwischenreich. Als "Komplex affektiv geladener Erwartungs- und Verhaltensdispositionen" [13] betrachtet, von dynamischer und eigengesetzlicher Natur, lassen sich, so Reichardt, Mentalitäten an der "Verbindungsstelle von Individuellem und Kollektivem, Absichtlichem und Unwillkürlichem, Außergewöhnlichem und Durchschnittlichem" [14] fassen. Die vermeintliche Unentschiedenheit bei der Bestimmung des Begriffs erweist sich bei genauerem Hinsehen als programmatische Unausweichlichkeit, die sich aus dem "formlos-fließend[en]" [15] Aggregatzustand der Mentalität geradezu folgerichtig ergibt.

Erich Schön schließlich geht von einem Mentalitätsbegriff aus, der insbesondere die sozio-kulturelle Orientierungs- und Kontrollfunktion von Mentalität akzentuiert; diese ist somit das wohl wesentlichste Instrument der Gruppenintegration und als stabilisierender Faktor im Sinne der Selbsterhaltung für das jeweilige Kollektiv unentbehrlich. Erich Schön konzediert:

"Ihre Mentalität ist den Betroffenen weitestgehend selbstverständlich, gilt ihnen gar als 'richtig' oder als natürlich, jedenfalls solange es die ihres Kollektivs ist und sie nicht in der Begegnung mit anderen Gruppen die Erfahrung von Differenzen oder im historischen Wandel die Erfahrung qualitativer Sprünge machen." [16]

Gerade in der von Schön angesprochenen Differenzerfahrung, in der Konfrontation des mental festgefügten Kollektivs mit dem Fremden, offenbart sich die spannungsgeladene Dimension der Mentalität, die trotz ihrer relativen Stabilität und Dauerhaftigkeit Irritationen vornehmlich sozioökonomischer Art ausgesetzt ist, die die Notwendigkeit ständiger und beharrlicher Selbstvergewisserung nach sich zieht.

Clifford Geertz - Semiotischer Kulturbegriff
Copyright: Suhrkamp Verlag, Frankfurt/MainVolker Sellins angesprochene Definition der Mentalitätsgeschichte als "Geschichte der Zuordnungen, die eine Kollektivität durchschnittlich gegenüber Zuständen, Ereignissen und Situationen in unmittelbarer Sinngewißheit vornimmt", fußt auf einem Mentalitätsbegriff, der diese, die Mentalitäten, als "Sinnstrukturen der kollektiven Wirklichkeitsdeutung" begreift. [17] Dies bringt seine Überlegungen in deutliche Nähe zum Kulturbegriff der amerikanischen Kulturanthropologie, wie er insbesondere von Clifford Geertz vertreten wird. Geertz legt einen "semiotischen" Kulturbegriff zugrunde, wonach "Kultur" innerhalb eines weitgesteckten Definitionsrahmens als "selbstgesponnenes Bedeutungsgewebe" begriffen wird, in welches die Menschen "verstrickt" seien. Dieses Bedeutungsgeflecht fungiert als "Interpretationsrahmen", innerhalb dessen die Menschen ihre Erfahrungen ordnend ansiedeln und ihr daraus resultierendes Handeln ausrichten.

Die inhaltliche Ausdifferenzierung von "Kultur" als "ineinandergreifende Systeme auslegbarer Zeichen" einerseits und als "Kontext" andererseits, in dem etwa Ereignisse, gesellschaftliche Prozesse und Verhaltensweisen verstehbar werden, impliziert einen symbolischen Handlungsbegriff, der menschliche Verhaltensweisen immer auch als über sich hinausweisende Aktionsmuster interpretiert. [18] Da mit Hilfe jener kollektiv weitgehend verbindlichen symbolischen Vorstellungsgefüge Weltorientierung vorgenommen bzw. erst ermöglicht wird, gewinnt "Kultur" als geordnetes System von Bedeutungen und Symbolen grundlegende Bedeutung für gesellschaftliche Interaktion und deren Ablauf in gesicherter Permanenz. Hier besonders liegen die Anknüpfungspunkte für Ethnologie und Mentalitätsgeschichte. Sowohl Geertz als auch Sellin verstehen menschliches Verhalten als symbolisches Handeln, wodurch es etwa mit der sprachlichen Lautbildung oder dem Klang in der Musik vergleichbar wird. Insofern geht es beiden nicht um den "ontologischen Status" [19] des Verhaltens, sondern um seine Bedeutung: Was wird mit Handlungen und durch sie gesagt?

Interdisziplinarität und 'Überwindung' von Fremdheit
Copyright: Schöningh Verlag, PaderbornDie Einbeziehung des Kulturbegriffs der verstehenden Ethnologie in den Kontext einer mentalitätshistorischen Betrachtung ergibt sich geradezu zwangsläufig aufgrund einer weiteren entscheidenden intentionalen Analogie: die verstehende, zumindest partielle Überwindung von Fremdheit. Ebenso wie sich der Mentalitätshistoriker Lebensäußerungen und Sinnkonstitutionen früherer Epochen nähern möchte, so versucht der Ethnologe, fremde Völker und Kulturen einer empathisch-verstehenden Betrachtung zu unterziehen. Ursprüngliche Wesensunterschiede, die in der einstmals ausschließlich diachronen Interpretation der Geschichtswissenschaft und der synchronen Sichtweise der Ethnologie begründet lagen, werden zusehends durch eine "Historisierung der Anthropologie" und eine dazu parallel verlaufende "Anthropologisierung der Geschichte" [20] überwunden.

In solcher Interdisziplinarität liegt denn überhaupt die Chance, sich einem solch umfassenden Gegenstand wie den Mentalitäten sinnvoll zu nähern; gerade durch die Komplexität verbietet sich ein eindimensionaler Zugriff, der wesentliche Aspekte unberücksichtigt ließe. Hierbei bedeutet das disziplinäre Einherschreiten keineswegs ein Verzicht auf wissenschaftliche Souveränität: Es geht nicht um Verschmelzung, die spezifische Konturen verwischen würde, sondern um momentane Zweckbündnisse zugunsten einer Multiplizierung des interpretatorischen Aneignungsprozesses. Das heißt ganz allgemein: Interdisziplinarität verstanden nicht als "Multidisziplinarität", also als mehr oder weniger verworrenes Nebeneinander theoretischer Ansätze zum selben Gegenstandsbereich, sondern im wissenschaftspragmatischen Sinne als Versuch der "Überwindung von einzelnen Trennungslinien zwischen den Fragestellungen verschiedener Disziplinen", als Ausdruck der grundsätzlichen gegenseitigen Ergänzungsbedürftigkeit der Disziplinen, letztlich als "Möglichkeit und Chance, neue Diskurse zu produzieren und damit neue Anwendungsbereiche bestehender Methoden und Theorien zu ermöglichen". [21]

Im übrigen nimmt sich seit mehr als zehn Jahren auch die Theaterwissenschaft der kulturanthropologischen Implikationen an. So stellt Christopher B. Balme in einem 1994 erschienenen Beitrag zu "Kulturanthropologie und Theatergeschichtsschreibung" fest, dass die Zusammenführung beider Disziplinen "ein problematisches Unterfangen [sei], jedoch nicht ohne Aussicht auf Erfolg". Balme exemplifiziert seine Überlegungen anhand einer knappen historischen Betrachtung der englischen und italienischen Theatertruppen des ausgehenden 16. Jahrhunderts. Mit Hilfe wichtiger Begriffe aus der verstehenden Anthropologie ließe sich, so Balme, beispielsweise nachweisen, dass diese Theater "als Wirtschaftsform nicht nur den Verkauf von Unterhaltung bedeutete[n], sondern auch den Handel mit Symbolwerten" einschlossen - eine Feststellung, die für eine mentalitätshistorische Untersuchung von großer Wichtigkeit werden kann. [22]

Literarische Zeugnisse und mentale Realität
Copyright: C.H. Beck Verlag, MünchenSchon früh, um diesen Punkt noch einmal aufzugreifen, wurde von seiten der Mentalitätshistorie auf die Besonderheit literarischer Zeugnisse als historisch-mentale Quelle aufmerksam gemacht. D
er bereits angesprochene Jacques Le Goff verweist in diesem Kontext auf die Problematik, die eine generalisierende Überbetonung des Aussagegehalts fiktionaler Texte hinsichtlich der in ihnen verarbeiteten oder zumindest durchscheinenden mentalen Realität nach sich zieht. Zumeist, so der französische Mentalitätshistoriker, eigne den künstlerischen und literarischen Werken eine emanzipatorische Originalität, die zur Folge habe, dass die von ihnen vermittelten Themen oftmals gerade nicht jene ihres epochalen Kontextes gewesen seien. Trotzdem, so soll Le Goff entgegengehalten werden, kann der solchermaßen 'mentalitätsenthobene' Text in seiner (vermeintlichen) demonstrativen Oppositionsstellung zu allgemeingültigen Sinnstrukturen auf diese zurückverweisen. So verstanden fungiert Literatur als 'Kontrastmittel' zu den Kodes und Diskursen der Daseinswirklichkeit, die sie eben durch die bewusste Konträrstellung nachgerade hervorhebt. Entscheidender allerdings ist, dass sich Le Goffs Einschränkungen auf literarische Texte von künstlerischer Relevanz beziehen. Die Unterhaltungsdramatik hingegen ist - wie bereits anfangs betont - auf elementare Weise an der Reproduktion mentaler Dispositionen und ideologischer Gegebenheiten interessiert, nicht aber daran, in provokativer oder innovativer Absicht neue Sinnhorizonte zu eröffnen.

Innerliterarischer Diskurs
Im Zusammenhang mit der Frage nach der Verwendbarkeit fiktionaler Textkorpora für die Aufdeckung historisch-mentaler Realität muss deutlich werden, dass es nicht darum gehen kann, den literarischen Text auf den Status bloßer Realitätsvermittlung zu reduzieren, ihn als individualisierten Ausdruck 'objektiver' historischer Wirklichkeit zu sehen. Der fiktionale Text ist sicherlich auf eine gewisse Art Widerspiegelung von Daseinswirklichkeit, zu der er allerdings in einem indirekten Verweisungsbezug steht, ganz im Gegensatz zum wissenschaftlich-historischen Diskurs, der 'unverhohlen' auf außertextliche Realitäten verweisen will. Obgleich etwa Roger Chartier darauf aufmerksam macht, dass kein Text, "selbst der scheinbar dokumentarischste, eine transparente Beziehung zur Realität" unterhalte, seien graduelle Unterscheidungen der Realitätsbezüge insofern nachweisbar, als sich diese aus jeweils spezifischen Schreibsituationen definierten. Die Relation der Texte zur Realität sei demzufolge "nach diskursiven Modellen oder intellektuellen Abgrenzungen konstruiert".

Dies bedeutet, dass Realitätsbezug bereits im Stadium der textlichen Produktion manifest wird: Die Entscheidung für eine Textsorte und die ihr eigenen Schreibregeln zieht einen intentional unterlegten, je verschiedenen Wirklichkeitscharakter nach sich. Real ist demnach nicht nur "die vom Text anvisierte Realität, sondern gerade die Art, wie er sie in der Geschichtlichkeit seiner Produktion und der Strategie seiner Schreibweise anvisiert". [23] Wenn es darum geht, kollektive Mentalitäten im Text nachweisen zu wollen, so wäre dieser Sachverhalt zusammenzufassen, ist es von unabdingbarer Notwendigkeit, sich auf den jeweiligen innerliterarischen Diskurs einzulassen.

Holger Dauer

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Buchcover (von oben nach unten):
1) Peter Dinzelbacher (Hrsg.): Europäische Mentalitätsgeschichte. Hauptthemen in Einzeldarstellungen. Stuttgart: Kröner Verlag 1993. (= Kröners Taschenausgabe. 469.)
2) Volker Sellin: Einführung in die Geschichtswissenschaft. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 2005.
3) Peter Dinzelbacher: Mentalität und Religiosität des Mittelalters. Klagenfurt: Kitab Verlag 2003.
4) Clifford Geertz: Dichte Beschreibung.
Beiträge zum Verstehen kultureller Systeme. Übersetzt v. Brigitte Luchesi u. Rolf Bindemann. Frankfurt/Main: Suhrkamp Verlag 2003 (gebundene Ausgabe).
5) Peter Dinzelbacher: Angst im Mittelalter. Teufels-, Todes- und Gotteserfahrung: Mentalitätsgeschichte und Ikonographie. Paderborn: Ferdinand Schöningh Verlag 1996.
6) Jacques Le Goff: Auf der Suche nach dem Mittelalter Ein Gespräch. Aus dem Französischen von Matthias Wolf. München: Verlag C.H. Beck 2004.

Weiterführende Literatur zur Mentalitätsgeschichte, zur Kulturanthropologie und weiteren verwandten Themenbereichen

 

 

Anmerkungen

[1] Neuschäfer, Hans-Jörg: Die Krise des Liberalismus und die Störung des bürgerlichen Normensystems. Ein Beitrag zur Mentalitätsgeschichte des späten 19. Jahrhunderts aus der Sicht des Feuilletonromans. In: Die Modernisierung des Ich. Studien zur Subjektkonstitution in der Vor- und Frühmoderne. Hrsg. v. Manfred Pfister. Passau 1989. (PINK. Passauer Interdisziplinäre Kolloquien. Bd. 1.) S. 131. [zurück]

[2] Neuschäfer, Hans-Jörg: Die Krise des Liberalismus und die Störung des bürgerlichen Normensystems. Ein Beitrag zur Mentalitätsgeschichte des späten 19. Jahrhunderts aus der Sicht des Feuilletonromans. In: Die Modernisierung des Ich. Studien zur Subjektkonstitution in der Vor- und Frühmoderne. Hrsg. v. Manfred Pfister. Passau 1989. (PINK. Passauer Interdisziplinäre Kolloquien. Bd. 1.) S. 132. [zurück]

[3] Neuschäfer, Hans-Jörg: Die Krise des Liberalismus und die Störung des bürgerlichen Normensystems. Ein Beitrag zur Mentalitätsgeschichte des späten 19. Jahrhunderts aus der Sicht des Feuilletonromans. In: Die Modernisierung des Ich. Studien zur Subjektkonstitution in der Vor- und Frühmoderne. Hrsg. v. Manfred Pfister. Passau 1989. (PINK. Passauer Interdisziplinäre Kolloquien. Bd. 1.) S. 132. [zurück]

[4] Neuschäfer, Hans-Jörg: Die Krise des Liberalismus und die Störung des bürgerlichen Normensystems. Ein Beitrag zur Mentalitätsgeschichte des späten 19. Jahrhunderts aus der Sicht des Feuilletonromans. In: Die Modernisierung des Ich. Studien zur Subjektkonstitution in der Vor- und Frühmoderne. Hrsg. v. Manfred Pfister. Passau 1989. (PINK. Passauer Interdisziplinäre Kolloquien. Bd. 1.) S. 123. [zurück]

[5] Vgl. etwa Borgolte, Michael: "Selbstverständnis" und "Mentalitäten". Bewußtsein, Verhalten und Handeln mittelalterlicher Menschen im Verständnis moderner Historiker. In: Archiv für Kulturgeschichte 79 (1997), S. 189. Die Anfänge der "Annales" reichen zurück bis in das Jahr 1929, in dem Marc Bloch und Lucien Febvre die Zeitschrift "Annales d`histoire économique et sociale" ins Leben riefen (1946 fortgeführt u.d.T. "Annales. Économies - Sociétés - Civilisations). 1947 erfolgte mit der Gründung der "Sixième Section" für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte in Paris die institutionelle Etablierung der mentalitätshistorischen Methode. [zurück]

[6] Le Goff, Jacques: Eine mehrdeutige Geschichte. Aus dem Französischen von Michael Ott. In: Mentalitäten-Geschichte. Zur historischen Rekonstruktion geistiger Prozesse. Hrsg. v. Ulrich Raulff. Berlin 1987, S. 27. (Wagenbachs Taschenbücherei. Bd. 152.) [Original zuerst: 1974] Hervorhebung im Original. [zurück]

[7] Linke, Angelika: Sprachkultur und Bürgertum. Zur Mentalitätsgeschichte des 19. Jahrhunderts. Stuttgart / Weimar 1996, S. 25. [zurück]

[8] Reichardt, Rolf: "Histoire des Mentalités". Eine neue Dimension der Sozialgeschichte am Beispiel des französischen Ancien Régime. In: Internationales Archiv für Sozialgeschichte der deutschen Literatur 3 (1978), S. 131. [zurück]

[9] Zitate: Tellenbach, Gerd: "Mentalität". In: Geschichte, Wirtschaft, Gesellschaft. Festschrift für Clemens Bauer zum 75. Geburtstag. Hrsg. v. Erich Hassinger [u.a.]. Berlin 1974, S. 22. [zurück]

[10] Alle Zitate: Sellin, Volker: Mentalität und Mentalitätsgeschichte. In: Historische Zeitschrift [HZ] 241 (1985) S. 569, 571, 576, 580. [zurück]

[11] Frijhoff, Willem Th. M.: Kultur und Mentalität: Illusion von Eliten? Aus dem Niederländischen von Gerhard Jaritz. In: Österreichische Zeitschrift für Geschichtswissenschaft 2 (1991), S. 30. [zurück]

[12] Frijhoff, Willem Th. M.: Kultur und Mentalität: Illusion von Eliten? Aus dem Niederländischen von Gerhard Jaritz. In: Österreichische Zeitschrift für Geschichtswissenschaft 2 (1991), S. 31. [zurück]

[13] Reichardt, Rolf: "Histoire des Mentalités". Eine neue Dimension der Sozialgeschichte am Beispiel des französischen Ancien Régime. In: Internationales Archiv für Sozialgeschichte der deutschen Literatur 3 (1978), S. 131. [zurück]

[14] Reichardt, Rolf: "Histoire des Mentalités". Eine neue Dimension der Sozialgeschichte am Beispiel des französischen Ancien Régime. In: Internationales Archiv für Sozialgeschichte der deutschen Literatur 3 (1978), S. 131. [zurück]

[15] Geiger, Theodor: Die soziale Schichtung des deutschen Volkes. Soziographischer Versuch auf statistischer Grundlage. Stuttgart 1932. (Soziologische Gegenwartsfragen. H. 1.), S. 77. Hierzu setzt Geiger in seinem für die deutsche Mentalitätsgeschichte und -geschichtsschreibung wichtigen Buch zur "sozialen Schichtung des deutschen Volkes" die "fest-geformt[e]" Konsistenz der Ideologie in deutlichen Gegensatz: Ideologie ist "geistiger Gehalt", "Reflexion" und "Selbstauslegung", Mentalität hingegen "geistig-seelische Haltung", "Lebensrichtung", "Atmosphäre". Ebd., S. 77f. [zurück]

[16] Schön, Erich: Der Verlust der Sinnlichkeit oder Die Verwandlungen des Lesers. Mentalitätswandel um 1800. Stuttgart 1993. (Sprache und Geschichte. Bd. 12.), S. 29. [zurück]

[17] Sellin, Volker: Mentalität und Mentalitätsgeschichte. In: Historische Zeitschrift [HZ] 241 (1985) S. 576. [zurück]

[18] Alle Zitate: Geertz, Clifford: Dichte Beschreibung. Bemerkungen zu einer deutenden Theorie von Kultur. In: Ders.: Dichte Beschreibung. Beiträge zum Verstehen kultureller Systeme. Übersetzt v. Brigitte Luchesi u. Rolf Bindemann. 3. Aufl. Frankfurt/M. 1994. (= suhrkamp taschenbuch wissenschaft. 696.) S. 9, 15, 16, 21. [zurück]

[19] Geertz, Clifford: Dichte Beschreibung. Bemerkungen zu einer deutenden Theorie von Kultur. In: Ders.: Dichte Beschreibung. Beiträge zum Verstehen kultureller Systeme. Übersetzt v. Brigitte Luchesi u. Rolf Bindemann. 3. Aufl. Frankfurt/M. 1994. (= suhrkamp taschenbuch wissenschaft. 696.) S. 16. [zurück]

[20] Beide Begriffe: Peukert, Detlev: Neuere Alltagsgeschichte und Historische Anthropologie. In: Historische Anthropologie. Der Mensch in der Geschichte. Hrsg. v. Hans Süssmuth. Göttingen 1984. (= Kleine Vandenhoeck-Reihe. 1499.) S. 57. [zurück]

[21] Zitate: Reinalter, Helmut: Interdisziplinarität, Methodenprobleme und Mentalitätshistorie. In: Geisteswissenschaften wozu? Studien zur Situation der Geisteswissenschaften. Hrsg. v. Helmut Reinalter u. Roland Benedikter. Wien u. München 1997. (= Interdisziplinäre Forschungen. Bd. 6.) S. 107 und S. 110. [zurück]

[22] Zitate: Balme, Christopher B.: Kulturanthropologie und Theatergeschichtsschreibung: Methoden und Perspektiven. In: Arbeitsfelder der Theaterwissenschaft. Hrsg. v. Erika Fischer-Lichte, Wolfgang Greisenegger u. Hans-Thies Lehmann. Tübingen 1994. (= Forum modernes Theater. Bd. 15.) S. 46, 55. [zurück]

[23] Alle Zitate: Chartier, Roger: Intellektuelle Geschichte und Geschichte der Mentalitäten. Aus dem Französischen v. Eva Groepler. In: Mentalitäten-Geschichte. Zur historischen Rekonstruktion geistiger Prozesse. Hrsg. v. Ulrich Raulff. Berlin 1987. (= Wagenbachs Taschenbücherei. 152.) S. 91. [zurück]