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Gerty-Spies-Literaturpreis 2011 an Christoph Hein


Copyright: Suhrkamp Verlag, BerlinDer Schriftsteller und Essayist Christoph Hein erhält den diesjährigen Gerty-Spies-Literaturpreis der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz. Damit werde ein Autor gewürdigt, "der in zwei Gesellschaftsformen nicht nur seine literarische Qualität bewiesen, sondern sich jeweils mit unverwechselbarer Stimme für Gerechtigkeit engagiert hat", wie in der Begründung der Jury zu lesen ist. Die 1996 erstmals verliehene Auszeichnung ist mit 5.000 Euro dotiert. Sie ist nach der in Trier geborenen deutsch-jüdischen Autorin Gerty Spies benannt, die im Oktober 1997 im Alter von 100 Jahren in München gestorben ist. Mit dem Preis "sollen literarische Arbeiten zu gesellschaftspolitischen Themen gefördert werden", wie es in der Satzung heißt. Bis 2006 wurde er alle zwei Jahre vergeben, seit 2008 jährlich. Erster Preisträger war Jean-Philippe Devise, es folgten u.a. Johano Strasser (2002), Peter Härtling (2006), Katja Lange-Müller (2008) und Juli Zeh (2009). Im letzten Jahr wurde Günter Wallraff geehrt. Christoph Hein wird den Gerty-Spies-Preis am 29. September 2011 in Mainz entgegen nehmen.

Christoph Hein wurde am 8. April 1944 als Sohn eines evangelischen Pfarrers im schlesischen Heinzendorf geboren. Aufgewachsen ist er in Bad Düben in der Nähe von Leipzig. Von 1958 bis zum Mauerbau 1961 besuchte er ein humanistisches Gymnasium in West-Berlin, das Abitur legte er 1964 an einer Abendschule ab. Von 1967 bis 1971 studierte er Philosophie in Leipzig und Ost-Berlin. 1971 wurde Hein Dramaturg an der Berliner Volksbühne unter der Leitung von Benno Besson, 1974 wurde er als Hausautor fest eingestellt. Im gleichen Jahr wurde sein erstes Stück "Schlötel oder Was solls" uraufgeführt. Im Jahr 1979 verlässt Hein die Volksbühne und arbeitet seither als freier Schriftsteller. Mit seinem Prosa-Erstling "Einladung zum Lever Bourgeois" (1980) wurde er auch im Westen bekannt. In seiner viel beachteten Rede vor 500.000 Demonstranten am 4. November 1989 auf dem Ost-Berliner Alexanderplatz, also fünf Tage vor der Maueröffnung, ergriff Hein Partei für die Belange der DDR-Bürgerrechtsbewegungen und plädierte für die Etablierung eines wirklich demokratischen Sozialismus. Von 1992 bis 2006 war Hein Mitherausgeber der "Ost-West-Wochenzeitung" "Freitag". Im Oktober 1998 wurde Hein zum ersten Präsidenten des vereinigten deutschen P.E.N.-Zentrums gewählt (bis 2000).

Zu seinen bekanntesten Werken zählen die Theaterstücke "Die Geschäfte des Herrn John D." (1979), "Cromwell" (1980), "Die wahre Geschichte des Ah Q" (1983), "Passage" (1988), "Die Ritter der Tafelrunde" (1989), "Randow" (1995) sowie "Bruch" (1999) und die Prosabände "Der fremde Freund" (1982, im Westen u.d.T. "Drachenblut" 1983 veröffentlicht), "Horns Ende" (1985), "Der Tangospieler" (1989), "Das Napoleon-Spiel" (1993) sowie die Romane "Willenbrock" (2000), "Landnahme" (2004) und "Frau Paula Trousseau" (2007). Christoph Hein wurde u.a. mit dem Heinrich-Mann-Preis (1982), dem Lessing-Preis (1989), dem Peter-Weiss-Preis der Stadt Bochum (1998), dem Solothurner Literaturpreis (2000), dem italienischen Literaturpreis "Premio Grinzane Cavour" (2002), dem Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur (2003), dem Schiller-Gedächtnis-Preis 2004 des Landes Baden-Württemberg sowie dem Walter-Hasenclever-Literaturpreis (2008) und dem Eichendorff-Literaturpreis des Jahres 2010 ausgezeichnet.

Links:
Mehr Infos zum Gerty-Spies-Preis auf den Seiten der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz:
www.politische-bildung-rlp.de/gerty-spies-literatu.html
Christoph Hein - Kleines Autorenporträt auf den Seiten des Suhrkamp Verlags:
www.suhrkamp.de/autoren/christoph_hein_1845.html

Kurzporträt und kleine Werkübersicht auf den Seiten des Solothurner Literaturpreises:
www.kat.ch/bm/solo5a.htm

Der Wikipedia-Artikel zu Christoph Hein:
http://de.wikipedia.org/wiki/Christoph_Hein

Buchcover / Lesetipp:
Christoph Hein: Nachtfahrt und früher Morgen. Erzählungen. Frankfurt/Main: Suhrkamp Verlag 2004. (= suhrkamp taschenbuch. 3578.)
©: Suhrkamp Verlag, Berlin


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