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News-Archiv > News 2012 > Uwe-Johnson-Preis 2012 an Christoph Hein


Uwe-Johnson-Preis 2012 an Christoph Hein


Der Schriftsteller und Essayist Christoph Hein erhält für seinen 2011 erschienenen Roman "Weiskerns Nachlass" den diesjährigen Uwe-Johnson-Preis. Damit werde ein Autor gewürdigt, der sich in seinem Werk als "Meister ironischer Darstellung" erweise und der zugleich an einem "gesellschaftskritischen Anspruch von Literatur" festhalte (aus der Jury-Begründung, nachzulesen im "Nordkurier", Onlineausgabe vom 20. Juli 2012, hier der Text). Der mit 12.500 Euro dotierte Uwe-Johnson-Preis wird seit 1994 alle zwei Jahre (im Wechsel mit dem Uwe-Johnson-Förderpreis) verliehen und erinnert an das Wirken des Schriftstellers Uwe Johnson (1934 - 1984). Mit dem Preis sollen Autorinnen und Autoren geehrt werden, deren literarisches Schaffen einen "Bezugspunkt zu Johnsons Poetik" erkennen lassen oder die "einen deutsch-deutschen Erfahrungshintergrund berücksichtigen" (aus der Selbstdarstellung). Gestiftet wird der Preis von der Mecklenburgischen Literaturgesellschaft und der Tageszeitung "Nordkurier" (beide Neubrandenburg). Erster Preisträger war Kurt Drawert, es folgten Walter Kempowski (1995), Marcel Beyer (1997), Gert Neumann (1999), Jürgen Becker (2001), Norbert Gstrein (2003), Joochen Laabs (2006), Uwe Tellkamp (2008) und Christa Wolf (2010). Bisherige Förderpreisträger sind Arno Orzessek (2005), Emma Braslavsky (2007), Thomas Pletzinger (2009) und Judith Zander (2011). Christoph Hein wird den Uwe-Johnson-Preis am 21. September 2012 in Burg Stargard bei Neubrandenburg entgegen nehmen.

Christoph Hein wurde am 8. April 1944 als Sohn eines evangelischen Pfarrers im schlesischen Heinzendorf geboren. Aufgewachsen ist er in Bad Düben in der Nähe von Leipzig. Von 1958 bis zum Mauerbau 1961 besuchte er ein humanistisches Gymnasium in West-Berlin, das Abitur legte er 1964 an einer Abendschule ab. Von 1967 bis 1971 studierte er Philosophie in Leipzig und Ost-Berlin. 1971 wurde Hein Dramaturg an der Berliner Volksbühne unter der Leitung von Benno Besson, 1974 wurde er als Hausautor fest eingestellt. Im gleichen Jahr wurde sein erstes Stück "Schlötel oder Was solls" uraufgeführt. Im Jahr 1979 verlässt Hein die Volksbühne und arbeitet seither als freier Schriftsteller. Mit seinem Prosa-Erstling "Einladung zum Lever Bourgeois" (1980) wurde er auch im Westen bekannt. In seiner viel beachteten Rede vor 500.000 Demonstranten am 4. November 1989 auf dem Ost-Berliner Alexanderplatz, also fünf Tage vor der Maueröffnung, ergriff Hein Partei für die Belange der DDR-Bürgerrechtsbewegungen und plädierte für die Etablierung eines wirklich demokratischen Sozialismus. Von 1992 bis 2006 war Hein Mitherausgeber der "Ost-West-Wochenzeitung" "Freitag". Im Oktober 1998 wurde Hein zum ersten Präsidenten des vereinigten deutschen P.E.N.-Zentrums gewählt (bis 2000).

Zu seinen bekanntesten Werken zählen die Theaterstücke "Die Geschäfte des Herrn John D." (1979), "Cromwell" (1980), "Die wahre Geschichte des Ah Q" (1983), "Passage" (1988), "Die Ritter der Tafelrunde" (1989), "Randow" (1995) sowie "Bruch" (1999) und die Prosabände "Der fremde Freund" (1982, im Westen u.d.T. "Drachenblut" 1983 veröffentlicht), "Horns Ende" (1985), "Der Tangospieler" (1989), "Das Napoleon-Spiel" (1993) sowie die Romane "Willenbrock" (2000), "Landnahme" (2004) und "Frau Paula Trousseau" (2007). Christoph Hein wurde u.a. mit dem Heinrich-Mann-Preis (1982), dem Lessing-Preis (1989), dem Peter-Weiss-Preis der Stadt Bochum (1998), dem Solothurner Literaturpreis (2000), dem italienischen Literaturpreis "Premio Grinzane Cavour" (2002), dem Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur (2003), dem Schiller-Gedächtnis-Preis 2004 des Landes Baden-Württemberg sowie dem Walter-Hasenclever-Literaturpreis (2008) und dem Eichendorff-Literaturpreis des Jahres 2010 ausgezeichnet.

Links:
Die Homepage der in Neubrandenburg ansässigen Mecklenburgischen Literaturgesellschaft e.V.:
www.mlg.de
Die Homepage der Tageszeitung "Nordkurier" (Neubrandenburg):
www.nordkurier.de
Christoph Hein - Kleines Autorenporträt auf den Seiten des Suhrkamp Verlags:
www.suhrkamp.de/autoren/christoph_hein_1845.html

Kurzporträt und kleine Werkübersicht auf den Seiten des Solothurner Literaturpreises:
www.kat.ch/bm/solo5a.htm

Der Wikipedia-Artikel zu Christoph Hein:
http://de.wikipedia.org/wiki/Christoph_Hein

Buchcover / Lesetipp:
Christoph Hein: Weiskerns Nachlass. Roman. Berlin: Suhrkamp Verlag 2011.
©: Suhrkamp Verlag, Berlin


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