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Der Schriftsteller Werner Kofler ist tot


Der österreichische Schriftsteller Werner Kofler ist am 8. Dezember 2011 in Wien im Alter von 64 Jahren gestorben. Kofler, seit 2008 Träger des Österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst erster Klasse, wurde besonders durch seine gesellschaftskritischen, oftmals drastisch-polemischen Texte bekannt, in denen er immer wieder die Verdrängung der Nazi-Vergangenheit seines Heimatlandes thematisierte. Er schrieb Prosabände, Theaterstücke, Hörspiele und Drehbücher.

Werner Kofler wurde am 23. Juli 1947 als Sohn eines Kaufmanns in Villach (Kärnten) geboren. Nach einer abgebrochenen Lehrerausbildung lebte er seit Ende der 1960-er Jahre als freier Schriftsteller in Wien. Zu seinen wichtigsten Werken zählen "Örtliche Verhältnisse" (1973), "Aus der Wildnis. Verstreute Prosa" (1981, Neuauflage: 1998), "Amok und Harmonie" (1985), der Monolog "Manker. Invention" (1990), der Roman "Konkurrenz. Szenen aus dem Salzkammergut" (1996), das Theaterstück "Tanzcafé Treblinka" (2001), "Kalte Herberge. Bruchstück" (2004), "Guggile. Vom Bravsein und vom Schweinigeln" (2004), "Triptychon" (2005) und "In meinem Gefängnis bin ich selbst der Direktor" (2007).

Koflers literarisches Schaffen wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Theodor-Körner-Preis (1976), dem Österreichischen Würdigungspreis für Literatur 1990, dem Literaturpreis der Stadt Wien (1991), dem Arno-Schmidt-Preis (1996/97) und dem Peter-Rosegger-Literaturpreis im Jahr 2001. Kofler war Mitglied der GAV, der "Grazer Autorinnen Autorenversammlung".

Peter O. Chotjewitz 1981 im "SPIEGEL" über Werner Kofler – im Rahmen einer Besprechung von Koflers Buch "Aus der Wildnis":
"Kofler (…) besitzt nicht die Tauglichkeit zum literarischen Szenegockel, die wohl erforderlich ist, um komplexe Texte an den Mann und die Frau zu bringen. Dieser Autor, der seine Stoffe dem offensichtlich selbsterlebten Alltag und der persönlichen Betroffenheit entnimmt, hat sich die Begabung erarbeitet, die den Stoffen innewohnende Thematik herauszuschälen und die individuellen wie gesellschaftlichen Bezüge herzustellen. Er tut es mit Witz und Schärfe, bald verspielt und verliebt in das Material von Umgangstönen, bald erschreckend brutal und drastisch (…)."
(Peter O. Chotjewitz: Muster von Beziehungs-Attrappen. Über Werner Koflers "Aus der Wildnis". In: DER SPIEGEL Nr. 21 vom 18. Mai 1981, S. 205 - 209, hier: S. 205)

Buchtipp (Cover oben):
Werner Kofler. Texte und Materialien.
Hrsg. v. Klaus Amann.
Wien: Sonderzahl Verlag 2000.
ISBN 978-3-85449-167-5
232 Seiten, 36 Abbildungen.

Links:
"Werner Kofler – (K)Ein Einzelkämpfer im Literaturbetrieb? Einige Bemerkungen zu 'Wie ich Roberto Cazzola in Triest plötzlich und Grundlos drei Ohrfeigen versetzte', 'Dopo Bernhard' und anderen Texten" – Umfassender Aufsatz von Josef G. Pichler aus dem Jahr 1998:
wwwu.edu.uni-klu.ac.at/jpichler/kofler.html
Werner Kofler bei "Wikipedia":
http://de.wikipedia.org/wiki/Werner_Kofler

"Hirt im Mordschein" – Rezension von Nora Sdun bei "Textem" zu Werner Koflers "Triptychon" (2005):
www.textem.de/937.0.html

Rezensions-Zusammenfassungen zu Werken Werner Koflers bei "Perlentaucher":
www.perlentaucher.de/autoren/3552/Werner_Kofler.html

Buchcover:
©: Sonderzahl Verlag, Wien


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